So
undenkbar eine Schließung des großen „Woogs“ in Darmstadt, so
unvorstellbar ist eine Schließung des „Mühlchens“ in Arheilgen. Darin waren
sich alle anwesenden Arheilger Sozialdemokraten in ihrer diesjährigen
Jahreshauptversammlung am 11. Mai im Bürgerhaus „Goldner Löwe“ einig.
Das 1924 unter dem
Arheilger Bürgermeister Jakob Jung eingeweihte Naturfreibad prägt den
Stadtteil, ist ein sommerlicher Treffpunkt der Generationen und eine Oase der
Erholung. Deshalb geben sich die Arheilger Sozialdemokraten nicht mit der bis
Ende 2012 befristeten Bestandsgarantie für das Bad durch den Sportdezernenten
Rafael Reißer zufrieden. „Wir brauchen eine klare Zusage der grün-schwarzen
Koalition für den dauerhaften Betrieb des Mühlchens“, erklärten der Arheilger
SPD-Stadtverordnete Walter Schmidt sowie der alte und neue Arheilger
SPD-Vorsitzende Hanno Benz: „Die diesjährige Badesaison darf nicht die letzte
sein. Dafür setzen wir uns ein!“
Neuwahlen in das verjüngte
Leitungsteam
Die Neuwahlen zum SPD
Vorstand in Arheilgen spiegelten die große Einigkeit unter den Arheilger
Genossen wider und führten zu einer weiteren Verjüngung des Vorstandteams:
Einstimmig wählten sie Hanno Benz erneut zum Vorsitzenden, als
Stellvertreter stehen ihm weiterhin Ute Günther und Jürgen Hein-Benz zur Seite.
Neu im Amt des Schriftführers ist Sebastian Schmitt. Thomas Keller wurde zum
Kassierer gewählt. Mit großem Dank und besten Wünschen der Versammlung schied
der langjährige Ortsvereinskassierer Günter Höpp aus gesundheitlichen
Gründen aus dem Vorstand aus.
Mit Tim Sackreuther als
neuem Beisitzer rückte ein weiterer junger Sozialdemokrat in den Vorstand.
Gemeinsam mit Maximilian Pfeiffer und weiteren jungen Sozialdemokraten
wird er die Juso-Arbeit im Darmstädter Norden neu beleben.
Vermeintlicher
Rettungsschirm als Gefahr für sozialen Zusammenhalt
In seinem
Rechenschaftsbericht griff Hanno Benz scharf die Haushaltspolitik der
grün-schwarzen Koalition an: „Sie reden von Transparenz, verweigern aber
den Bürgerdialog über Sinn und Unsinn des sogenannten Kommunalen Rettungsschirm
der Landesregierung.“ Diese stellt den Kommunen über zehn Jahre 3,4 Milliarden
Euro zur Entschuldung in Aussicht, kürzt aber allein in diesem Jahr die Mittel
für den kommunalen Finanzausgleich um 340 Millionen Euro. „Ohne eine
Bestandsgarantie für kommunale soziale Leistungen, für die Förderung von
Jugendarbeit, für Sport und Vereinsleben wird der Sprung unter den
Rettungsschirm durch seine Spardiktate zu einer Gefahr für den Zusammenhalt der
Stadtgesellschaft“, so Hanno Benz.
Im Vordergrund der
SPD-Diskussionen standen weitere Arheilger Themen: So wurde die
Wendehals-Politik Rafael Reißers zum Neubau der Arheilger Feuerwehrwache
kritisiert. Die SPD Arheilgen wird dagegen unmissverständlich an einem Neubau
an der nördlichen Ortsausfahrt hinter der Aral-Tankstelle festhalten.
Fahrradstraßen als
Insellösungen sind nur Symbolpolitik
Die für Arheilgen
vorgesehene Einführung einer Fahrradstraße verstehen die Sozialdemokraten als
Ausgangspunkt für eine offene Diskussion über neue Mobilitätsanforderungen und
– konzepte. Hierbei müssten die Bürgerschaft und insbesondere auch die
Anlieger stark beteiligt werden. Fahrradstraßen müssten eingebunden sein
in ein mittelfristiges Gesamtkonzept zur Mobilität mit dem Fahrrad in
Darmstadt. „Die Einführung von Fahrradstraßen als Insellösungen stehe ansonsten
in der Gefahr zur Symbolpolitik zu verkümmern“, so Jürgen Hein-Benz.
Schon heute sei es möglich
die Greinstraße und die Straße „Im Erlich“ mit dem Fahrrad zu befahren. Die
Voraussetzungen dieser Straßen für die Einführung einer Fahrradstraße seien
nicht optimal. So liege die Straßenbreite teilweise unter vier Meter, Anwohner
seien darauf angewiesen am Straßenrand zu parken. Der Kreuzungsverkehr mit dem
ÖPNV in Weiterstädter Straße und Fuchsstraße und die Zufahrt zu einem
Discounter erschwerten die Einführung einer Bevorrechtigung im
Kreuzungsverkehr“, heißt es in einem Antrag der Arheilger SPD. Trotz dieser
Schwierigkeiten beim Betrieb einer Fahrradstraße „Im Erlich/Greinstraße“
spricht sich die SPD Arheilgen für die Einrichtung dieser Fahrradstraße aus,
wenn sie mit der Bevölkerung offen diskutiert worden ist und die Zustimmung in
einer Anliegerbefragung erhält, wenn sie in ein Wegenetz für Radfahrer in
Nord-Süd-Richtung eingebunden wird und Teil eines umfassenden Gesamtkonzeptes
wird.
Miteinander der
Generationen
Ein bedeutender Schwerpunkt
der weiteren Arbeit in der Arheilger SPD ergibt sich aus der demografischen
Entwicklung Darmstadts und speziell im Stadtteil. „In Arheilgen wachsen die Anteile
der älteren Generation aber auch der jüngeren Altersgruppen“, so
Vorstandsbeisitzerin Anja Simon. Für die Gestaltung des Miteinanders der
Generationen werden die Sozialdemokraten weitere Initiativen, beispielsweise
zur Einrichtung eines Mehrgenerationen-Treffpunkts, ergreifen.